Klassenkassa in Österreich - ruhig geführt
Klassenkassa in der Volksschule: wofür das Geld draufgeht, wer es hält, was bar einsammeln bedeutet und wen du fragst, wenn etwas unklar ist.
Erstes Klassenforum, halb acht am Abend, zweiundzwanzig Erwachsene auf Volksschulsesseln, Knie auf Kinnhöhe. Die Klassenlehrerin hat den Wandertag durch und kommt zum Punkt "Verschiedenes": Wer macht heuer die Klassenkassa? Es wird so still, dass man die Heizung hört, also hebst du die Hand.
- Super, danke dir. Die Liste kriegst du von der Marlene.
Die Liste ist ein kariertes Blatt mit vierzehn Namen, zwei Beträgen in Bleistift und der Überschrift "Rest vom Vorjahr". Willkommen. In Deutschland heißt dasselbe übrigens Klassenkasse, bei uns eben Klassenkassa, und das ist auch der einzige Unterschied.
Gleich vorweg: Das hier ist Erfahrung aus der Elternvertretung und keine Rechtsberatung. Was an eurer Schule konkret gilt, sagt dir die Direktion oder der Elternverein.
Wofür das Geld in der Volksschule draufgeht
Die häufigste Frage von Eltern, und sie ist völlig berechtigt. Typisch sind kleine Beträge für Dinge, die im Schulalltag ständig anfallen:
- Bastel- und Werkmaterial, Kopien, Bücher für die Klassenbibliothek
- Eintritte bei Ausflügen, Theaterkarten, der Bus zum Wandertag
- die Jause bei Schulfesten und Projekttagen
- Geschenke zum Abschluss und die Torte am letzten Schultag
Was nicht hineingehört: Dinge, die die Schule ohnehin zahlt, und alles, wofür die Klasse vorher nicht gefragt wurde. Eine Klassenkassa ist kein Budget mit freier Hand, sie ist ein gemeinsamer Topf mit gemeinsamen Beschlüssen.
Bar einsammeln oder überweisen
Die zweite Dauerfrage: Darf die Lehrerin das Geld einfach bar einsammeln? Verlässlich beantwortet das die Direktion, nicht der Elternchat und auch nicht dieser Artikel. Praktisch sprechen aber drei Dinge gegen Bargeld, ganz ohne Paragrafen:
- Eine Schultasche ist kein Tresor, und ein Siebenjähriger kein Geldkurier.
- Fehlt ein Kuvert, steht sofort die Frage im Raum, wer ersetzt. Das ist für Lehrerinnen ein echtes Risiko, und deswegen halten sich viele bewusst heraus.
- Bar gibt es keinen Beleg. Eine Überweisung dokumentiert sich selbst.
Deshalb landet das Einsammeln in den meisten Klassen bei den Eltern, konkret beim gewählten Klassenelternvertreter. Die ausführliche Fassung dieser Frage, samt der Sache mit der Haftung, steht im Artikel wer bei der Klassenkasse eigentlich haftet.
Wessen Konto - die Frage, die selten gestellt wird
Liegt das Geld auf deinem Privatkonto, ist es von außen betrachtet erst einmal dein Geld. Zwei Gewohnheiten halten das Risiko klein: ein getrenntes Unterkonto, das viele Banken gratis anbieten, und eine laufende Liste, aus der hervorgeht, welcher Betrag von wem für was gekommen ist.
Manche Klassen lassen größere Sammlungen über den Elternverein laufen, der in vielen Schulen ein eigenes Konto hat. Ob das bei euch geht und was dafür nötig ist, sagt dir der Elternverein selbst in fünf Minuten. Fragen zur ganzen Schule, etwa zu einheitlichen Beträgen, sind dagegen ein Thema fürs Schulforum, nicht für dich allein.
Die Liste für die Klassenkassa
Sie braucht genau vier Sachen: eine Zeile pro Kind, einen Startbetrag, eine Spalte pro Sammlung und eine Summe, die sich selbst rechnet. Dazu ein zweites Blatt für die Ausgaben mit laufendem Kassenstand, weil beim nächsten Klassenforum genau diese eine Zahl gefragt wird. Eine fertige Datei zum Herunterladen liegt hier: Klassenkassa Vorlage als Excel.
Was am Ende des Schuljahres mit dem Rest passiert, beschließt ihr gemeinsam und schreibt es auf. Mitnehmen, anteilig zurückzahlen oder Eis für alle sind alle drei in Ordnung. Nur stillschweigend verschwinden darf der Rest nicht - wie eine saubere Schlussabrechnung aussieht, steht in der Abrechnung zum Schuljahresende.
Wenn die Liste nicht mehr reicht
Ab der dritten Sammlung im Halbjahr wird das Abtippen zäh, und die Eltern fragen trotzdem, was noch offen ist. Wir haben ClassKasa genau dafür gebaut: Du legst eine Sammlung an, teilst einen Link, die Eltern öffnen ihn im Browser und überweisen ganz normal. Nichts zu installieren, und auf der Klassenseite steht der Fortschritt, aber nie ein Name.
Ehrlich dazu: ClassKasa ist kein Zahlungsdienst und hält kein Geld, es fließt von Konto zu Konto. Im Gratisplan hakst du jede Zahlung selbst ab. Erst mit Premium liest ClassKasa den Kontoauszug mit, und passende Überweisungen buchen sich von allein, ohne dass du irgendwo tippst. Premium gilt pro Klasse: derzeit 6 Euro im Monat, auf 25 Familien verteilt rund 24 Cent pro Familie. Der aktuelle Preis steht auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Ist die Klassenkassa verpflichtend?
In der Praxis ist es Geld, das Eltern freiwillig zusammenlegen, und wer gerade nicht kann, zahlt nicht ein. Sobald echte Kosten anfallen, etwa eine fix angemeldete Projektwoche, hängt einiges an dieser Anmeldung. Was dann gilt, sagen dir Direktion oder Elternverein, nicht der Elternchat.
Wie viel ist pro Kind üblich?
Das entscheidet ihr, nicht das Internet. Viele Volksschulklassen bewegen sich bei kleinen Beträgen pro Halbjahr plus einzelne Sammlungen für Ausflüge. Je kleiner der Bestand, desto einfacher jede Abrechnung.
Was, wenn eine Familie gerade nicht zahlen kann?
Leise regeln. Kurzer Draht zur Klassenlehrerin oder zum Elternverein, ob etwas einspringt. Kein Kind bleibt wegen 20 Euro daheim, und die Gruppe muss davon nichts wissen.
Wer darf in die Liste schauen?
Du und sonst niemand. Beim Elternabend zeigst du Summen, keine Namen. Wer schon gezahlt hat, gehört nicht an die Tafel.
Das karierte Blatt von der Marlene habe ich übrigens aufgehoben. Man weiß ja nie.