Klassenkasse.app oder ClassKasa - der ehrliche Vergleich
Klassenkasse.app ist gratis, liegt in beiden Stores und speichert alles lokal. ClassKasa läuft im Browser, lässt sich trotzdem installieren und verbindet sich mit dem Konto. Was das im Schuljahr bedeutet.
Im Juni geben Elternvertreter ihr Amt weiter. Das ist ein netter Abend mit Sekt in Plastikbechern, bis der Satz fällt: "Und wie kriegst du mir jetzt die Kassendaten rüber?"
Wenn die Klassenkasse in einer App liegt, die alles nur auf deinem Handy speichert, lautet die Antwort: gar nicht. Du exportierst, was exportierbar ist, schickst eine PDF per WhatsApp und der Nachfolger fängt bei null an. Dasselbe passiert übrigens auch im Februar, wenn dein Handy ins Waschbecken fällt.
Das ist keine Kritik an einer schlechten App. Es ist der Preis einer Design-Entscheidung, und die trifft Klassenkasse.app bewusst: alles bleibt auf dem Gerät. Dafür verlässt nie ein Byte dein Handy. Das ist ein echtes Argument und ich werde es hier nicht kleinreden.
Zwei Dinge vorweg. Erstens: ClassKasa ist unser Werkzeug. Es steht hier mit drin und bekommt dieselben Fragen wie die Gegenseite, auch die unangenehmen - weiter unten gibt es ein eigenes Kapitel darüber, wo wir verlieren. Zweitens: die Angaben zu Klassenkasse.app stammen von der Anbieterseite, Stand September 2026. Ich erfinde nichts dazu, und wo ich etwas nicht weiß, steht das auch so da.
Was Klassenkasse.app kann
Ehrlich: ziemlich viel, und das kostenlos.
- Mitglieder anlegen, Zahlungsaufforderungen erstellen, Einnahmen und Ausgaben festhalten.
- Offene Beträge sehen und daran erinnern.
- Belege und Rechnungen erfassen und einzelnen Kindern zuordnen.
- Abrechnungen für die ganze Klasse und für einzelne Mitglieder erzeugen.
- Alles per E-Mail, WhatsApp oder anderen Apps teilen.
- Als echte App für Android und iOS in beiden Stores.
- Laut Anbieter: "Die App ist kostenlos und funktioniert unbeschränkt." Der Entwickler behält sich vor, später kostenpflichtige Funktionen einzuführen.
- "Alle Daten werden nur lokal in der App gespeichert."
Als Kassenbuch ist das sauber gebaut. Wenn dein Job wirklich nur lautet "ich will ordentlich Buch führen und niemandem meine Daten geben", dann bist du damit fertig und kannst hier aufhören zu lesen.
Was die Design-Entscheidung im Schuljahr bedeutet
Der Rest des Artikels ist für alle, deren Job noch drei andere Teile hat.
Die Daten liegen auf einem Gerät. Neues Handy, defektes Handy, Amtsübergabe im Juni, ein zweiter Elternvertreter, der mithelfen will - dafür gibt es keinen Weg, der nicht "PDF verschicken" heißt.
Eltern sehen nichts selbst. Du erzeugst eine Abrechnung und schickst sie los. Die Frage "hab ich schon gezahlt?" landet trotzdem bei dir, weil sie immer bei dir landet, zuverlässig um 6:40 Uhr.
Die Lehrkraft kommt gar nicht vor. Sie zahlt nichts ein, will aber wissen, wofür gesammelt wird und wann der Ausflug ist. In einem reinen Kassenbuch auf deinem Handy ist dafür kein Platz.
Überweisungen ordnest du von Hand zu. Die App bucht keine Zahlungen und liest kein Konto. Du schaust ins Online-Banking, du tippst, du hakst ab.
Vier Teile, einer erledigt. Was der Job insgesamt umfasst, steht im Leitfaden zum Klassenkasse-Führen.
ClassKasa
Eine Sammlung bekommt einen Link. Eltern öffnen ihn im Browser, in ihrer eigenen Sprache, sehen wofür und wie viel, und überweisen ganz normal auf das Konto des Kassenwarts. Nichts zu installieren, kein Passwort. Die Klassenseite zeigt den Fortschritt und nie Namen - warum das kein Detail ist, steht im Text zum Datenschutz in der Klassenkasse.
Es gibt vier Rollen, weil eine Klasse nicht aus einer Person besteht: Kassenwart, Stellvertretung, Elternteil und Lehrkraft - letztere sieht die Sammlungen und korrigiert selbst den Termin, wenn der Bus eine Stunde später kommt. Pro Kind können bis zu vier Erwachsene dranhängen, Mama, Papa, Oma, jeweils mit eigenem Zugang, und ihre Zahlungen addieren sich statt sich zu doppeln.
Gratis: unbegrenzt viele Klassen, je fünf Sammlungen, Zahlungen hakst du selbst ab.
Premium: 6 € im Monat pro Klasse, nicht pro Familie. Auf 25 Familien verteilt sind das rund 24 Cent pro Familie im Monat, und die Klasse rechnet das ab wie jede andere gemeinsame Ausgabe. Jährlich 54 €, also neun Monate für zwölf. Jede Klasse bekommt einmalig 100 Tage Premium zum Ausprobieren, ohne Karte. Den aktuellen Preis findest du auf der Preisseite.
Was ClassKasa nicht ist: ein Zahlungsdienst. Das Geld fließt direkt von Konto zu Konto, wir fassen es nie an.
Die zwei Dinge, die sonst keiner hat
Jetzt höre ich auf, neutral zu sein, und sage, wofür das Ding gebaut wurde.
1. Konto verbinden, und die Zahlungen buchen sich selbst
Klassenkasse.app liest kein Konto. Die meisten anderen Werkzeuge in diesem Feld lesen eine Datei, die du selbst herunterlädst und hochlädst. ClassKasa verbindet sich mit dem Konto.
Verfügbar seit dem 15. September 2026. Das macht ein lizenzierter europäischer Anbieter (Enable Banking Oy) auf Basis der EU-Richtlinie PSD2, mit reinem Lesezugriff. Von dort aus kann niemand eine Überweisung auslösen, technisch nicht.
Und dann passiert der eigentliche Punkt: Die Überweisung kommt an, ClassKasa sieht sie, ordnet sie der Familie und der Sammlung zu und bucht sie selbst. Du lädst keine Datei herunter. Du lädst keine hoch. Du bestätigst nichts. Du tippst nichts ab. Du machst am Donnerstag die App auf und acht von zehn Überweisungen sind schon erledigt, und auf die letzten zwei, die im Verwendungszweck nur "Ausflug" stehen haben, wirfst du einen Blick.
Wenn deine Bank nicht dabei ist oder du das vorerst nicht möchtest, bleibt der Halbautomat: Foto oder PDF vom Kontoauszug hochladen, und die KI erkennt, wer wofür wie viel gezahlt hat. Jede Premium-Klasse hat dafür ein Kontingent an Scans pro Abrechnungszeitraum. Das ist aber Plan B.
2. Eltern fragen im Chat, nicht in der Gruppe
Zurück zu den 6:40 Uhr.
Klassenkasse.app schickt dich für Kommunikation ausdrücklich nach draußen: "E-Mail, WhatsApp oder anderen Apps". Das heißt, jede Rückfrage landet genau dort, wo es weh tut, und zwar vor 30 Leuten.
Bei ClassKasa hat die Klasse einen Chat. Ein Elternteil schreibt um 6:40 Uhr "hab ich schon gezahlt?" und bekommt sofort eine Antwort, zu jeder Uhrzeit, ohne 30 Familien zu wecken und ohne dich. Du siehst das nicht einmal, weil du nicht musst. "Wie viel fehlt noch?", "wofür war die Sammlung im September?", "wer hat noch nicht gezahlt?" - das sind gefühlt neunzig Prozent des Verkehrs in der Elterngruppe, und genau der verschwindet.
Der Chat erkennt selbst, in welcher Sprache jemand schreibt, und antwortet in derselben. Nachrichten verschwinden nach zwei Tagen von unseren Servern, ohne Ausnahme und ohne dass irgendetwas darauf trainiert wird.
"Aber ihr habt keine App im Store"
Stimmt. Und jetzt der Teil, den du vielleicht nicht erwartest: du kannst ClassKasa trotzdem auf den Home-Bildschirm legen, mit eigenem Icon, ohne Browserleiste, mit Push-Benachrichtigungen. Das nennt sich PWA und dauert zwanzig Sekunden.
iPhone (Safari): Seite öffnen, unten auf das Teilen-Symbol tippen, "Zum Home-Bildschirm" wählen, bestätigen.
Android (Chrome): Seite öffnen, Menü mit den drei Punkten, "App installieren" oder "Zum Startbildschirm zufügen", bestätigen.
Danach sieht und startet es wie jede andere App. Kein Store-Konto, kein Download-Balken, kein 200-MB-Update im ungünstigsten Moment.
Und das ist nicht nur Bequemlichkeit, sondern der Grund, warum sich dieses Ding schneller bewegt als alles mit Store-Freigabe: zwischen dem 21. Juli und dem 18. September 2026 sind 100 Versionen von ClassKasa live gegangen. Im Schnitt mehr als eine pro Tag. Eine Store-App braucht für jede davon eine Prüfung, und danach muss jede Familie einzeln aktualisieren. Bei uns machst du die Seite auf und hast die neue Version.
Deshalb gab es die Bankverbindung im September und nicht irgendwann. Deshalb ist das hier in einem Jahr nicht mehr dieselbe Liste.
Die Tabelle
| Klassenkasse.app | ClassKasa | |
|---|---|---|
| Im App Store / Play Store | Ja | Nein, dafür per Browser installierbar |
| Müssen Eltern etwas installieren | Nein (nur der Kassenwart) | Nein |
| Wo liegen die Daten | Nur lokal auf dem Gerät | Auf unseren Servern in der EU |
| Sehen Eltern ihren Stand selbst | Nein, du verschickst sie | Ja, über den Link |
| Rolle Lehrkraft | Nein | Ja |
| Amtsübergabe im Juni | Von Hand | Rolle übertragen, Daten bleiben |
| Kontoauszug einlesen | Nein | Ja (Scan) oder Konto verbunden |
| Konto verbunden, Zahlungen buchen sich selbst | Nein | Ja, seit 15.09.2026, nur Lesezugriff |
| Chat für Eltern | Nein, E-Mail/WhatsApp | Ja |
| Preis | Gratis, unbeschränkt | Gratis; Premium 6 € im Monat pro Klasse |
Wo wir verlieren
Habe ich oben versprochen, also steht es hier.
Beim Preis. Klassenkasse.app kostet nichts und ist dabei unbeschränkt. Unser Gratis-Plan deckelt bei fünf Sammlungen pro Klasse. Bei zwei Sammlungen im Jahr gibt es nichts zu diskutieren, dann nimm die kostenlose App.
Beim Datenschutz im engsten Sinn. Lokal auf dem Gerät ist lokal auf dem Gerät. Wir speichern in der EU, DSGVO-konform, mit Auftragsverarbeitung und allem, was dazugehört - aber wer grundsätzlich will, dass gar nichts das Handy verlässt, bekommt das bei uns nicht.
Beim Store. Wir sind nicht drin. Wenn dein Kriterium ein Download aus dem Play Store ist, sind wir raus, egal wie gut der Home-Bildschirm aussieht.
Wenn deine Schule schon etwas hat. Läuft an deiner Schule IServ Klassengeld, Schulmanager oder edoop, nimm das. Dazu gibt es den großen Vergleich.
Wenn einer dieser vier Absätze deine Klasse beschreibt, nimm das andere Werkzeug. Im Ernst.
Häufige Fragen
Gibt es ClassKasa als App für iPhone und Android?
Nicht im Store, aber auf dem Home-Bildschirm. Über Safari ("Zum Home-Bildschirm") oder Chrome ("App installieren") bekommst du Icon, Vollbild und Push-Benachrichtigungen. Der Vorteil: neue Funktionen sind sofort da, ohne Store-Prüfung und ohne Update auf 30 Elternhandys.
Ist Klassenkasse.app wirklich kostenlos?
Laut Anbieterseite ja und unbeschränkt, mit dem Hinweis, dass später kostenpflichtige Funktionen kommen könnten. Stand September 2026.
Kann ich meine Daten aus Klassenkasse.app zu ClassKasa mitnehmen?
Nicht per Knopfdruck. Die App speichert lokal und exportiert Abrechnungen. Praktisch legst du die Familien in ClassKasa neu an und trägst den Stand einmal ein - ein Abend, meistens weniger.
Was kostet Premium pro Familie?
Premium gilt pro Klasse, nicht pro Familie. 6 € im Monat auf 25 Familien sind rund 24 Cent pro Familie. Kein Elternteil kauft irgendetwas einzeln bei uns.
Darf die Klassenkasse überhaupt über ein privates Konto laufen?
Meistens ja, die Klassenkasse ist in der Regel Privatsache der Eltern. Die spannenderen Fragen sind Haftung und Nachweis, und die stehen in diesem Artikel.
Der Abend im Juni, Zielversion: Sekt in Plastikbechern, und die Übergabe ist ein Klick auf "Rolle übertragen". Die Kasse bleibt, wo sie ist, der Nachfolger sieht alles ab Seite eins, und niemand muss eine PDF verschicken.
Der Sekt bleibt trotzdem lauwarm. Daran arbeiten wir nicht.